Waldumbau in der Calauer Herrenheide ist "Projekt des Monats"
Einmal im Monat werden besondere Projekte im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) mit dem "Projekt des Monats" besonders beleuchtet. Im Oktober 2025 schaute man nach Calau, genauer gesagt in die Herrenheide. Hier wurde eine Maßnahme im Rahmen des Waldumbaus mit ELER-Mitteln finanziert und umgesetzt.
Ein Teil des Calauer Stadtwaldes befindet sich in der sogenannten Herrenheide. Die etwa 70 Hektar große Fläche befindet sich inmitten von Ackerland und ist aus waldbaulicher Sicht ein anspruchsvoller Standort. Hitze, Trockenstress und Nährstoffeinträge durch die Landwirtschaft setzen der Fläche besonders zu. Seit dem sehr trockenen Sommer im Jahre 2018 leidet dieses Waldgebiet. In Folge der eingeschränkten Vitalität der Kiefern hatten biotische Schadfaktoren, wie der Blaue Kiefernprachtkäfer, der zwölfzähnige Kiefernborkenkäfer oder das Diplodia-Kieferntriebsterben (Pilz) ein leichtes Spiel.
Die Schadinsekten nisteten sich im Stamm der geschwächten Bäume ein und fraßen die „Nährstoffleitbahnen“ durch. Typische Erkennungsmerkmale eines Prachtkäferbefalls sind Spechtabschläge, eine Verlichtung der Krone sowie abfallende Rinde bei noch grüner Krone. Auch das Diplodia-Triebsterben nahm seinen Lauf. Dieser Pilz befällt die an sich robuste und genügsame Kiefer, wenn sie vorgeschädigt ist.
Das Waldgebiet westlich der Stadt, Richtung Kemmen, ist in den letzten Jahren durch Kalamitätsflächen geprägt worden. Stadtförster Felix Freund führt aus: „Um den Wald ökologisch stabiler zu machen, die Biodiversität zu erhöhen und auch um breiter für den Holzmarkt aufgestellt zu sein, wurden hier mit Fördermitteln vermehrt Laubbäume, aber auch Nadelholz nachgepflanzt.“ Die Flächen wurden von den abgestorbenen Bäumen beräumt, nur vereinzelt konnten gesunde Kiefern und Eichen stehen bleiben.
Von 2024 bis 2025 wurden geförderte Investitionen in die Entwicklung des Waldgebiets in der Herrenheide abgeschlossen. Dabei sind auf 1,97 Hektar Arbeiten zur Kultur- und Bodenbearbeitung durchgeführt und Wildschutzzäune errichtet worden, um die neu angepflanzten Birken, Stiel- und Roteichen vor Wildverbiss zu bewahren. Zusammen mit einigen Lärchen soll aus dem Kiefernwald ein stabiler Mischwald entstehen. Auf einer weiteren 1,45 Hektar großen Fläche konnten bereits 2023 bis 2024 Stieleichen, Rotbuchen und Roteichen mit Hilfe von ELER-Fördermitteln gepflanzt werden, die mit einigen eigenfinanzierten Küstentannen, ebenfalls zum Waldumbau beigetragen haben.
Naherholungsgebiet Calauer Stadtwald
Der Calauer Stadtwald, der als Naherholungsgebiet genutzt wird und Blick auf die Calauer Schweiz bietet, liegt am Rande des Spreewalds. In den letzten Jahren hatte – wie in den meisten Forsten im Land Brandenburg – der Wald mit einem erhöhtem Schadholzaufkommen zu kämpfen. Ursache waren auch hier der geringe Niederschlag und die Hitzeperioden der vergangenen Jahre.
Hier die Zahlen im Einzelnen:
Zeitraum der Förderung
2023 – 2025
Bewilligte Mittel für die Umstellung auf naturnahe Waldwirtschaft.
Waldumbau auf 1,97 Hektar (2024-2025)
Gesamtinvestition:
€11.582davon ELER-Mittel:
€ 8.686davon Landesmittel:
€ 1.158davon Bund:
€ 1.737
Waldumbau auf 1,45 Hektar (2023-2024)
Gesamtinvestition:
€ 7.944davon ELER-Mittel:
€ 5.958davon Landesmittel:
€ 794davon Bund:
€ 1.192
Förderrichtlinie:
Richtlinie des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz über die Gewährung von Zuwendungen für die Förderung forstwirtschaftlicher Vorhaben. Maßnahme M08 (Investitionen in die Entwicklung von Waldgebieten und Verbesserung der Lebensfähigkeit von Wäldern)
Zuwendungsempfänger:
Stadt Calau
Platz des Friedens 10
03205 Calau
Textquelle: https://eler.brandenburg.de / Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz
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