"Trauern ist liebevolles Erinnern": Neues Angebot im Kleeblatt
Mit gerade einmal 21 Jahren hat Amy Kullick einen Lebensweg gewählt, den nur wenige in ihrem Alter einschlagen: Sie begleitet Menschen in Zeiten tiefster Trauer. Als ausgebildete Bestattungsfachkraft und angehende Trauerbegleiterin ist sie da, wo viele wegsehen. Sie hört zu, hält den Moment aus und bietet Halt in schwierigen Situationen. Seit November lädt sie regelmäßig Trauernde in das „Mittwochs-Café“ im Familienzentrum Kleeblatt. In diesen Gesprächen gibt sie Raum, sich verstanden zu fühlen und Gedanken zu teilen.
Wie kommt man auf den Gedanken, sich ausgerechnet mit den Themen Trauer und Tod zu beschäftigen? Noch dazu als junger Mensch? Auf diese Fragen muss Amy Kullick immer wieder eine Antwort geben. Und die lautet so: „Mein Opa ist im Jahr 2019 verstorben. Meine Mutter hat sich damals viel um seine Bestattung und das ganze behördliche Prozedere gekümmert. Mich hat das Thema beschäftigt aber auch interessiert, so dass ich im Rahmen in der neunten Klasse mein Schülerpraktikum bei einem Bestatter absolvierte.“ Schnell erkannte die junge Frau im Beruf des Bestatters eine ernsthafte Option für ihre Zukunft. So begann sie 2022 eine Ausbildung zur Bestattungsfachkraft beim Unternehmen Marquardt Bestattungen in Calau. Diese hat sie in diesem Jahr abgeschlossen und arbeitet seither im Beruf.
Während dieser Zeit entdeckte sie aber auch: Ist die Beisetzung des einst geliebten Menschen vollzogen, ist für den Bestatter die Arbeit im Grunde beendet. „Doch die Menschen sind dann immer noch alleine. Wir leben in vernetzten Zeiten und haben jederzeit auf Knopfdruck die Möglichkeit, mit unseren Liebsten zu kommunizieren. Doch wenn am Ende der Leitung niemand mehr sitzt, dann fühlt man sich schnell einsam und allein. Genau da beginnt die Arbeit der Trauerbegleiterin. Und diese Aufgabe finde ich sehr spannend“, so Amy Kullick. Aus diesem Wunsch nach neuer Perspektive entschloss sie sich für eine berufsbegleitende Basisqualifikation zur Trauerbegleiterin. Parallel dazu lud sie im November erstmals ins Kleeblatt zum Mittwochs-Café für Trauernde. „Mit diesem Angebot soll Trauernden jeden Alters eine Anlaufstelle geboten werden. Es geht auch nicht primär darum, sofort die Trauer zu thematisieren. Vielmehr ist es ein geschützter Raum, in dem man bei entspannter Atmosphäre Gleichgesinnte treffen kann und bei Kaffee Menschen trifft, die ähnliche Situationen in ihrem Alltag meistern müssen.“
Nächster Termin für das Trauercafé im Familienzentrum Kleeblatt: Mittwoch, 11. Februar, 16:30 Uhr
Laut Amy Kullick ist das Café mit den ersten beiden Treffs in kleineren und sehr gemütlichen Runden gestartet. „Beim Treffen im Dezember haben wir, passend zur Weihnachtszeit, gemeinsam Plätzchen gebacken. Die Teilnehmenden haben in ihren Rezeptbüchern gesucht und leckeren Plätzchenteig mitgebracht. Nebenbei haben wir uns ausgetauscht.“ Diese ersten positiven Momente lassen sie auf die weiteren Termine im neuen Jahr hoffen. Schon jetzt freue sie sich auf die gemeinsame Begegnung und lädt Trauernde herzlich dazu ein, Teil des „Mittwochs-Café“ zu sein. Die Termine finden Sie immer in den Calauer Stadtnachrichten, auf www.calau.de sowie als Aushang im Familienzentrum Kleeblatt.
Text: Jan Hornhauer, Stadt Calau
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