Fuhrpark der Calauer Feuerwehr wird erheblich verjüngt
(mit Bildergalerie)
Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung hat die Ortswehr Calau der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Calau am 21. Oktober drei neue Einsatzfahrzeuge offiziell in Empfang genommen. Die symbolische Schlüsselübergabe vor dem Feuerwehrgerätehaus markiert einen wichtigen Schritt zur Modernisierung des Fuhrparks und stärkt die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr für zukünftige Einsatzanforderungen.
Der Bedeutung dieses Tages waren sich nicht nur die zahlreichen Anwesenden der Calauer Feuerwehr sowie anderer Ortswehren bewusst. Auch Bürgermeister Marco Babenz betonte in seinem Grußwort an die versammelten Gäste: „Wann kann man schon mal drei Feuerwehrfahrzeuge auf einmal übergeben? Mit dem heutigen Tag setzen wir den gemeinsamen Weg mit der Stadtwehrführung fort, den aktuellen Gefahrenabwehrbedarfsplan umzusetzen und unsere Kameradinnen und Kameraden mit modernster Technik für ihre Einsätze auszurüsten.“ Die Zeiten, in denen mancher augenzwinkernd die Flotte der Feuerwehr Calau als „Museums-Fuhrpark“ bezeichnete, seien laut Babenz nun endgültig vorbei. Betrug das durchschnittliche Fahrzeugalter der Ortswehr Calau vor der Anschaffung 19,6 Jahre sind es nunmehr nur noch 8,2 Jahre. „Aus einem Erwachsenen ist nun wieder ein Schulkind geworden“, betonte Babenz augenzwinkernd und schickte hinterher: „Mit dieser Flotte übernehmen wir nun eine Vorreiterrolle im Landkreis und sichern langfristig die Einsatzfähigkeit unserer Feuerwehr.“
Mit der symbolischen Schlüsselübergabe erhielten die Stadtwehrführung und die Ortswehr folgende Einsatzfahrzeuge:
HLF 20: Das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug ist eines der Standardfahrzeuge der Feuerwehren in Deutschland und sowohl für Brandbekämpfung als auch im Rahmen der technischen Hilfeleistung im Einsatz. Das Haupteinsatzfahrzeug der Ortswehr Calau kann neun Feuerwehrleute transportieren. Die Gesamtkosten von 630.000 Euro werden zu 100 Prozent durch Eigenmittel der Stadt Calau finanziert.
KdoW: Als Kommandowagen wird ein schnelles Einsatzfahrzeug für die Feuerwehr bezeichnet. Es ist flexibel einsatzbar und kann sowohl als Führungsfahrzeug als auch Erkundungsfahrzeug genutzt werden. Die Gesamtkosten für das Leasing-Fahrzeug von etwa 76.000 Euro werden zu 100 Prozent von der Stadt Calau getragen.
RW: Mit dem neuen Rüstwagen verfügt man über einen „rollenden Werkstattwagen“. Aufgrund seiner umfangreichen Ausrüstung ist man ab sofort in der Lage, Einsätze mit sehr großen Schadenslagen bewältigen zu können. Das macht die Ortswehr Calau weit über die Stadtgrenzen hinaus zu einer enorm wichtigen Stütze im Brand- und Katastrophenschutz, insbesondere hier der technischen Hilfeleistung. Die Gesamtkosten für das Fahrzeug betragen etwa 663.000 Euro. Beschafft werden konnte es mit Fördermitteln des Landes Brandenburg (Förderrichtlinie Brandschutz Hilfeleistung Integrierte Regionalleitstellen) in Höhe von rund 328.000 Euro. Den restlichen Eigenanteil finanzierte die Stadt Calau.
Als Vertreter des für den Brandschutz zuständigen Ministeriums des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg (MIK) war Staatssekretär Uwe Schüler nach Calau gekommen, um die Schlüssel für den vom Land kofinanzierten Rüstwagen zu übergeben. Er unterstrich dabei die enorme Bedeutung guter technischer Ausrüstung: „Die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Calau, aber auch im ganzen Land Brandenburg, leisten mit ihrem ehrenamtlichen Engagement einen unverzichtbaren Beitrag für unser Gemeinwesen. Neben unserem Dank und unserer Anerkennung geht es deshalb auch darum, sie bestmöglich zu unterstützen und ihre Arbeit so effektiv und vor allem so sicher wie möglich zu gestalten. Mit der Investition in einen voll ausgestatteten Rüstwagen leisten wir als Land hierzu gern unseren Beitrag. Eine moderne Fahrzeugausstattung stärkt nicht nur die Einsatzfähigkeit und Sicherheit der Feuerwehrleute, sondern kommt zugleich den Menschen vor Ort zugute.“
Schüler würdigte die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Ortswehr und der Kommune bei der Beschaffung des neuen Fahrzeugs. Zugleich unterstrich er die Bedeutung einer verlässlichen Unterstützung der Feuerwehren durch das Land. Die schrittweise Modernisierung der technischen Ausstattung sei ein wichtiger Baustein, um die Einsatzfähigkeit der Feuerwehren langfristig zu sichern, die Arbeit der Einsatzkräfte zu erleichtern und ihre Sicherheit bei Einsätzen weiter zu verbessern. Diesen Weg wolle die Landesregierung auch in Zukunft konsequent fortsetzen.
Weil der Brandschutz eine kommunale Pflichtaufgabe ist, wird auch die Stadt Calau in Zukunft weiter in diesem Bereich investieren. So führte Bürgermeister Marco Babenz aus, dass allein in den kommenden vier Jahren Investitionen in Höhe von rund vier Millionen Euro in den Brandschutz eingeplant sind. „Das umfasst weitere Fahrzeuge aber auch Gebäude und weitere Mittel. Dazu kommen rund 2,4 Millionen Euro für die laufende Unterhaltung von Gebäuden, Fahrzeugen, Aufwandsentschädigungen an die Kameradinnen und Kameraden oder die Beschaffung von Ausrüstung und Schutzkleidung.“
Die neuen Fahrzeuge lösen drei alte Fahrzeuge ab: Aktuell wird der alte Rüstwagen (Unimog, BJ 1990) auf dem Onlineportal „Zollauktion“ versteigert. Der einstig als Kommandowagen genutzte Mitsubishi Pajero, BJ 1994 soll in Kürze ebenfalls versteigert werden. Der LF 16/12 (neu HLF 20) wird in einer anderen Calauer Ortswehr stationiert.
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