Ein Stau für die Artenvielfalt

Calau, den 27.11.2019

Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg ist Flächeneigentümerin in der Teichlandschaft Buchwäldchen-Muckwar zwischen Calau und Altdöbern. Hier hat die Landesstiftung ihren Fischereipächter, die Ökologische Teichwirtschaft Fürstlich-Drehna, bei der Sanierung eines maroden Ablassbauwerkes finanziell unterstützt.

Ein neues Stau - und Ablassbauwerk ermöglicht nun wieder die reibungslose Regulierung des Wasserspiegels im Krummetteich. Um die Wasserstände ökologisch steuern zu können, wurde hier in den 70er Jahren eine Stauanlage errichtet, die über die Jahrzehnte durch starke Erosion marode und undicht geworden war.

 

„Die Baumaßnahmen sind wichtig, um einerseits die Bewirtschaftung der Teiche und damit unserem Pächter das wirtschaftliche Auskommen zu sichern. Andererseits schafft erst die fischereiliche Nutzung günstige Bedingungen für bedrohte Tierarten wie für die Rotbauchunke“, erklärt Silke Freiwald von der Landesnaturschutzstiftung.

Rund 22.000 Euro kostete die Sanierung, die größtenteils von der Stiftung als Flächeneigentümerin getragen wurde. Einen finanziellen Eigenanteil steuerte die Ökologische Teichwirtschaft Fürstlich-Drehna als Fischereipächterin über die Landesrichtlinie zur Förderung der Aquakultur und Binnenfischerei bei. Ein weiteres Bauwerk soll voraussichtlich Anfang 2020 am Großen Brauerteich erneuert werden.

 

Das Stau - und Ablassbauwerk, der so genannte Teichmönch, hält den Wasserspiegel im Krummetteich konstant. Zudem kann damit das Teichwasser teilweise oder vollständig abgelassen werden - zum Abfischen oder zur Reinigung des Teichs.

Vermutlich im 12. Jahrhundert wurden die Teiche im Fauna-Flora-Habitat- und Naturschutzgebiet „Teichlandschaft Buchwäldchen-Muckwar“ zur Fischzucht angelegt. Dabei handelt es sich um ein ausgeklügeltes System mehrerer Gewässer, die durch Zulaufgräben gespeist werden. Wegen dauerhaft niedriger Wasserstände sind Teile der Teiche aktuell mit Schilfröhrichten zugewachsen und können inzwischen nicht mehr bewirtschaftet werden. Eine fischereiliche Nutzung ist jedoch maßgeblich für den Erhalt dieser nährstoffreichen Stillgewässer mit Schwimm- oder Wasserpflanzenvegetation. Hier finden zahlreiche bedrohte Arten einen Lebensraum, darunter Rotbauchunken, Laubfrösche und Kraniche.

 

Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg

Um die Vielfalt und die natürliche Schönheit der märkischen Landschaften zwischen Elbe und Oder, Lausitz und Uckermark auch für die kommenden Generationen zu bewahren, hat das Land Brandenburg die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg errichtet.

Seit 1995 betreut die Stiftung die Ersatzzahlungen im Land Brandenburg. Mehr als 850 Naturschutzprojekte mit einem finanziellen Umfang von rund 154 Millionen Euro hat die Stiftung in diesen Jahren gemeinsam mit Landkreisen und Kommunen, Verbänden und Vereinen sowie weiteren Partnern wie zum Beispiel Betrieben oder Privatpersonen realisiert oder in eigener Trägerschaft verwirklicht. Stiftungsmittel in Höhe von rund 70 Millionen Euro bildeten dafür ein wichtiges finanzielles Fundament.

Die Ranger sind in den fünfzehn brandenburgischen Großschutzgebieten auf mehr als 30 Prozent der Landesfläche aktiv. Als Mittler zwischen Mensch und Natur haben sie alle die gemeinsame Aufgabe, Naturschätze zu bewahren und sich für eine intakte Umwelt einzusetzen.

 

 

Foto: Das Ablassbauwerk wurde aus sogenannten Beton-Noppensteinen errichtet. „Lego für Erwachsene“. Foto: Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg