Zinnitz

Vorschaubild

Zinnitz

 

In dem Namen des Ortes, der mit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1255 älter als Calau ist, steckt das sorbische Wort „cynniz" - Schilf.

Das Schloss wurde 1818/1819 nach Schinkelschem Vorbild von den Des Granges erbaut und  1864/1865 durch den Finanzminister von Patow umgebaut und erweitert.

Der Architekt Robert Scholz, heutiger Besitzer, restauriert das Gebäude seit einigen Jahren mit viel Fingerspitzengefühl und schuf wieder ein sehenswertes architektonisches Kleinod.

Auch die Kirche, 1818 als schlichter Saalbau errichtet, entstand nach einem Entwurf Schinkels.

Das vor 1945 an Handwerkern und Läden reiche Dorf hat heute nur noch die Kfz-Werkstatt Kalz und Teile eines Landwirtschaftsbetriebes mit Sitz in Groß Jehser vorzuweisen.

Die Schenke, deren Besitzer jetzt die Familie Bachmann ist, war einst Ausspann an der Poststraße Calau - Luckau.

Interessant ist der Naturlehrpfad östlich der Ortseinfahrt.

 

Bathow

 

Bathow, an der A 13, bedeutet niedersorbisch Ort der Verwandten. Hier befindet sich der gern besuchte Landgasthof der Familie Schmidt.

Vorstellungsbild


Fotoalben



Aktuelle Meldungen

Junger Zinnitzer Fotograf zeigt seine Arbeiten im Rathaus

(30.11.2018)

Seit dem 29. November ist im Rathaus der Stadt Calau eine neue Ausstellung zu sehen. Unter dem Titel „Meine kreative Fotografie“ präsentiert der 16-jährige Max Schneider einen Einblick in seine Arbeit. Die begann vor vier Jahren. „Da habe ich eine einfache Digitalkamera geschenkt bekommen“, berichtet der 16-Jährige. Schnell war die Begeisterung für die digitale Fotografie geweckt und einige Zeit später stieg er dann auf eine digitale Spiegelreflexkamera um. Diese erweiterte noch einmal seine Möglichkeiten, vor allem im kreativen Bereich. Das fand auch der Bürgermeister der Stadt Calau, Werner Suchner, der die Ausstellung eröffnete. „Dank digitalen Kameras und Smartphones sind ja Fotos heute alltäglich und treten manchmal sogar inflationär auf. Doch bewusst gemacht und dabei gewillt, etwas auszudrücken, kann aus Fotos echte Kunst werden. Genau das beweist Max mit seiner Ausstellung“, betonte der Bürgermeister zur Eröffnung der Ausstellung.

Bei dieser sorgte ein weiterer junger Calauer für den musikalischen Wohlklang. Der zwölfjährige Phil Dunger spielt erst seit einem halben Jahr Saxophon und konnte dennoch die rund 30 Gäste des Abends mit seinen Klängen überzeugen und erntete verdienten Applaus.

Beim anschließenden Betrachten der Fotografien im Treppenhaus des Rathauses kamen die Besucher untereinander sowie mit Künstler Max Schneider ins Gespräch. Dabei verriet der Zinnitzer, der aktuell in Lübben eine Lehre zum Steuerfachangestellten absolviert: „Neben Natur- und Landschaftsaufnahmen sowie Porträts haben es mir aktuell vor allem  Lichtmalereien angetan.“ Dass er die ohne jegliche Bildbearbeitung präsentiert, dürfte ihm zumindest bei erfahrenen (Hobby)Fotografen erstaunte Blicke sichern. Oder wie ein recht erfahrener Fotofreund an diesem Abend bemerkte: „Von Max können wir sogar noch was lernen…“

Zu sehen sind die Fotografien von Max Schneider noch bis Frühjahr 2019 zu den bekannten Öffnungszeiten des Calauer Rathauses.

 

Eine Bildergalerie von der  Vernissage finden Sie unter diesem Text!

Foto zu Meldung: Junger Zinnitzer Fotograf zeigt seine Arbeiten im Rathaus

Rundum gelungenes Sommerfest für Senioren in Zinnitz

(20.07.2018)

Das traditionelle Sommerfest für die Senioren der Stadt Calau sowie der Ortsteile fand in diesem Jahr am 19. Juli in Ortsteil Zinnitz statt. Mit Liebe zum Detail verwandelte die Mannschaft um Organisatorin Bärbel Elsner die Halle des landwirtschaftlichen Betriebes am Ortseingang in eine Örtlichkeit für einen gemütlichen Nachmittag. Nachdem Kaffee & Kuchen serviert wurden, sorgten die Kinder der örtlichen "Kita Rasselbande" für einen ersten Programmhöhepunkt. Die gut 80 Seniorinnen und Senioren, die teilweise sogar aus Luckau und Kittlitz anreisten, quittierten den tollen Auftritt mit tosendem Applaus. "Wir haben rund eine Woche an unserem Programm über die vier Jahreszeiten geprobt. Alle Kinder haben super mitgemacht", lobte eine der Erzieherinnen der Kita. Als Dankeschön gab es von Bärbel Elsner, die Mitglied des Calauer Seniorenbeirates ist, ein Präsent für jedes Kind.

 

Danach wurde es schwungvoll, denn die "Kleine Blasmusik", ein Ableger der Lausitzer Blasmusikanten Welzow e.V., sorgte mit stimmungsvoller Blasmusik dafür, dass viele Tanzbeine geschwungen wurden. Gegen Abend wurden dann noch deftige Leckereien vom Grill serviert. Calaus Bürgermeister Werner Suchner, der in Begleitung von Haupt- und Ordnungsamtsleiterin Beate Matzke die Veranstaltung besuchte, dankte in seiner kurzen Begrüßung allen fleißigen Helfern, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Viele der Anwesenden werden sich mit Sicherheit schon aufs Wiedersehen beim Sommerfest 2019 freuen…

Foto zu Meldung: Rundum gelungenes Sommerfest für Senioren in Zinnitz

Eine neue Ortsvorsteherin in Zinnitz gewählt

(04.02.2013)
Wahl des/r Orstvorstehers/in Zinnitz am 27.01.2013:

Das offizielle Endergebnis

 

Zahl der wahlberechtigten Personen: 228
Zahl der Wähler:  150
Zahl der ungültigen Stimmen:  0
Zahl der gültigen Stimmen:  150
   
Von den gültigen Stimmen entfielen auf:  
Karin Jung 117
Robert Scholz 33

               

Karin Jung  hat mit 117 Stimmen die erforderliche Stimmenzahl erhalten hat und wurde damit zur neuen Ortsvorsteherin gewählt.

Foto zu Meldung: Eine neue Ortsvorsteherin in Zinnitz gewählt

Verschiebung der Wahl des/r Ortsvorstehers/in für den Ortsteil Zinnitz

(20.12.2012)

Die Wahl Wahl des/r Ortsvorstehers/in wird vom 06.01.2013 auf den 27.01.2013 verschoben. 

Die Verschiebung der Wahl wurde notwendig, da es bei der Auslieferung des Amtsblattes, welches die Wahlbekanntmachung enthielt, in Zinnitz und Bathow zu nicht unerheblichen Verzögerungen kam.  

Die mit der Bekanntmachung verbunden Termine konnten somit nicht mehr eingehalten werden. Für den Ortsteil Zinnitz wird es einen Sonderdruck des Amtsblattes geben, welcher die Bekanntmachung für den neuen Wahltermin enthält.

Foto zu Meldung: Verschiebung der Wahl des/r Ortsvorstehers/in für den Ortsteil Zinnitz

Prediger Simon aus Erpitz erhielt Zinsgeld

(31.12.2011)
Erwähnung des Ortes Berlinchen bei Zinnitz im Lübbener Rechnungsbuch gefunden

 

Während das Schloss Zinnitz eine Renaissance erlebt hat und wieder im alten Glanz erstrahlt, ist der Ort Berlinchen bei Zinnitz völlig verschwunden, und nur noch in
                                                         historischen Dokumenten zu finden.

 

Die Spurensuche in den Lübbener Stadtrechnungen aus dem 16. Jahrhundert führte zu einem unerwarteten Erfolg. So konnte der Nachweis von Geldzahlungen aus Lübben an den wendischen Prediger Simon im Ort Erpitz bei Calau nachgewiesen werden. Auch der heute kaum noch bekannte Ort Berlinchen bei Zinnitz findet in den historischen Dokumenten Erwähnung.

In den Handschriften der Lübbener Stadtrechnungen von 1542 bis 1545 taucht der Name Simon für das Dorf Erpitz bei Calau auf. Vermutlich ist Simon der wendische Prediger des kleinen Ortes Erpitz, der quartalsweise Geldzuweisungen aus Lübben erhielt. Bei den Eintragungen wird überwiegend nur ein „deutscher Prediger“ und eine Zeile tiefer, ein „Wendischer“ erwähnt.

Nach den Unterlagen erhielt der Prediger Simon im Jahre 1542 62 Silbergroschen und 36 Denare ausgezahlt. Für das folgende Jahr sind 60 Silbergroschen und 36 Denare nachgewiesen. Auf der Basis der Unterlagen konnte nachgewiesen werden, dass dem wendischen Prediger Simon pro Quartal, 15 Silbergroschen und neun Denare ausgezahlt wurden.

Der deutsche Prediger Paul erhielt im Vergleich zu seinem wendischen Gottesbruder 5 Silbergroschen pro Quartal mehr ausgezahlt. Das entsprach immerhin 20 Silbergroschen mehr im Jahr. Auch im Jahr 1545 wurden dem Prediger Simon 60 Silbergroschen und 36 Denare ausgezahlt.

Aufmerksamkeit erregt aber eine kleine zusätzliche Notiz in den historischen Dokumenten. So wird darauf hingewiesen, dass im Jahre 1544 ein Bote zwei Märkische Groschen für den Transport eines Briefes von Lübben zum Dorfschultzen (Ortsvorsteher) von Erpitz erhielt. Dieser Bote erhielt aber noch eine weitere Aufgabe. Er hatte dem Doktor Funcken in Berlin, gemeint ist der kleine Ort Berlinchen bei Zinnitz, sechs Silbergroschen zu überbringen.

Heute ist dieses Dorf überwiegend nur noch Heimat- und Regionalforschern bekannt, da es den Ort schon über 300 Jahre lang nicht mehr gibt. In der Literatur taucht oft der Name „das wüste Dorf Berlinchen“ für die historische Entwicklung dieser kleinen Siedlung am kleinen Flüsschen Schrake (Szrake) auf. Auf dem preußischen Quadratmeilenblatt, der Deckerschen Karte, von 1820 ist das Dorf südlich von Zinnitz mit dem Namen sowie Buschmühle und Mühlteich eingezeichnet, obwohl es den Ort nicht mehr gab.

Von dem Ort „Berlinchen“ sind den Heimatforschern einige Erwähnungen bekannt. Im 2006 im Domowina-Verlag Bautzen erschienenen Niederlausitzer Ortsnamenbuch von Prof. Dr. Walter Wenzel aus Leipzig ist die erste urkundliche Datierung von „Berlinchin“ im Jahre 1463 genannt, als die Herrschaft von Buxdorf zu Zinnitz und Schlabendorf mit diesen Dörfern sowie dem Dorfflecken „Berlinchen“ und weiteren Ortschaften belehnt wurden. In den Jahren 1469, 1527, 1576 und 1577 taucht der Name, allerdings in unterschiedlicher Schreibweise, erneut in den historischen Annalen auf. Schon 1689 wird es aber als „wüstes Dorf“ bezeichnet, es war also nicht mehr bewohnt. Vielleicht waren noch vereinzelte Spuren einer menschlichen Besiedlung zu erkennen. Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass „Berlinchen“ infolge des Dreißigjährigen Krieges von 1618 bis 1648 aufgegeben wurde. Noch im Jahre 1758 wird Berlinchen mit Zinnitz als selbstständiges Rittergut genannt, was aber kaum der Fall gewesen sein dürfte. Vermutlich waren nur die Ackerflächen, Wiesen und Wälder in diesem Areal gemeint.

Auf dem Gelände der mittelalterlichen Wüstung „Berlinchen“ entstand in der Mitte des 20. Jahrhunderts der Tagebau Schlabendorf – Süd des Braunkohlenwerkes „Jugend“.

Bei archäologischen Grabungen im Juni / Juli 1998 in der ehemaligen „Wüstung“, wurden zahlreiche keramische Artefakte aus grauer Vorzeit gefunden. Dazu zählen Topfkacheln, Deckelknäufe und Tüllenstücke. Mit den Erwähnungen im Urkundenbuch der Lübbener Stadtrechnungen von 1542 bis 1545 wurde ein weiteres Puzzlestück zur Klärung der vielen historischen Geheimnisse von „Berlinchen“ hinzugefügt.
 
Quelle: Lausitzer Rundscahu - Lokal Spreewald

Foto zu Meldung: Prediger Simon aus Erpitz erhielt Zinsgeld

Zinnitzer Schlossherr hatte viel Besuch

(30.06.2010)

Großes Interesse zum Tag der Architektur / Geschichte im Zeitraffer

 

Zum bundesweiten „Tag der Architektur“ erlebte das Schloss in Zinnitz einen echten Besucheransturm. Mehr als 150 Neugierige pilgerten im Laufe des Sonntag Nachmittag zum heutigen Schlossherren, Architekt Robert Victor Scholz, der in drei Führungen die sehr wechselvolle Geschichte des Anwesens im Zusammenhang zu den Baustilen der jeweiligen Epoche erklärte. Besonders interessant waren aber auch die Erinnerungen von Zeitzeugen, besonders als das Schloss als Schule genutzt wurde.

 

Architekt Robert Victor Scholz gab seinen Besuchern einen breiten Einblick in sein imposantes Schoss.

 

„Im Jahr 1965 bin ich hier eingeschult worden. Einiges sieht noch aus wie damals. Hier links war der Turnsaal.“, erinnert sich der Zinnitzer Werner Golisch und ergänzt: „Bis 1973 waren wir hier ehe wir zur 9. und 10. Klasse nach Calau fuhren.“ Er war wie viele Zinnitzer schon lange nicht mehr im Schloß. Mit einem Foto-Album unter dem Arm kam Doris Richter. Die ehemalige Lehrerin wusste noch genau, wo das Lehrerzimmer war und welches Fach in welchen Raum unterrichtet wurde. „Hier haben wir viele Jahre verbracht und da hat man natürlich auch viele Erinnerungen.“, so Doris Richter. Sie freute sich, dass das alte Schloss wieder im alten Glanz entstehen wird.

Schlossherr Robert Victor Scholz ging in seiner Einleitung zunächst auf die Geschichte der Schlossherren ein, beschrieb die Ära von Buckdorf, in deren Besitz das Schloß mehr als 300 Jahre war. In der jüngeren Geschichte gab es in der Zeit Generalmajors des Granges einen Aufschwung (wahrscheinlich um 1818/19), der ein stattlicheres neues Herrenhaus errichten ließ.

Sein heutiges Antlitz verdankt das Schloss jedoch Erasmus Robert Freiherr von Patow, preußischer Finanzminister, der 1842 das Gut als Residenz kaufte. Er ließ umfangreiche Baumaßnahmen durchführen, die das vorhandene Herrenhaus in eine spätklassizistische Schlossanlage mit großzügigen Parkanlagen und  Wasserflächen verwandeln.
“Wann bekommt man schon mal die Möglichkeit, sich historischen Bauten mit solch einer Geschichte anzusehen. Es ist großartig, dass Herr Scholz dieses Kleinod erhalten will“, sagte Brigitte Neidenberger beeindruckt. Sie war mit ihrem Mann extra aus Golßen angereist.

Ehe es in ins Schlossinnere ging, überraschte Elisabeth Spingel aus Dahme den Schlossherren. Sie Hatte historische Fotos aus der Zeit vor dem II. Weltkrieg dabei, als im Schloss 1942 ein Arbeitsdienstmaid – Lager für junge Mädchen eingerichtet war. „Viele Mädchen waren aus Sachsen oder Berlin, ich kam aus Meseritz, östlich der Oder. Eine Mädel war aus Luckau, Lilo Babben, wohl die einzige aus der Region. Wer weiß, ob sie noch lebt ?“, erinnert sich Elisabeth Spingel.  “Im Laufe der Jahre habe ich schon viel Material zusammen getragen. Aber es gibt auch für mich immer wieder Neuigkeiten aus der Geschichte des Schlosses“, freute sich Robert Scholz über die Fotos.

In den bislang begehbaren Sälen zeigte der Architekt die detailgetreue Aufarbeitung der noch vorhandenen Bauelemente, wie verzierte Türrahmen oder die prächtigen Stuckdecken. Während die Außenfassade mit dem Belvedereturm an die Westseite in der Sanierung schon fortgeschritten ist, gibt es innen noch viel zu tun. „Mir schwebt eine touristische Nutzung mit Gästezimmer vor. Da könnte sich etwas entwickeln“, so Robert Scholz.

Der überschwängliche Ansturm am Sonntag veranlasste ihn auch darüber nachzudenken, in diesem Jahr den Besuchern auch zum Tag des offenen Denkmals am 12.September die Möglichkeit der Schlossbesichtigung zu geben.

Stephan Uhlig

  

Hintergrund:                                        

In Brandenburg wurden 42 Gebäude und Anlagen vorgestellt, die in den vergangenen drei Jahren gebaut oder umgebaut wurden. Sie stehen beispielhaft für das, was Architekten an ganz vielen verschiedenen Baustellen im ganzen Land leisten: Architekten schaffen Räume. Der Tag der Architektur in Brandenburg bietet einen Überblick über zeitgenössische Baukunst zwischen Elbe und Oder.                                     

Foto zu Meldung: Zinnitzer Schlossherr hatte viel Besuch