Groß Mehßow


Groß und Klein Mehßow
Eine Deutung führt den Ortsnamen auf das sorbische „zmesow"- Besitztum des Zemeslaw (der durch Landbesitz Berühmte) - zurück.
Funde belegen, dass es in Meh-ßow schon vor 3.500 Jahren eine Besiedlung gab.
Auf dem Groschkenberg (Burgwall, heutiger Friedhof) wurde eine Burg errichtet.
Auch aus der slawischen Zeit zwischen 600 und 900 wurden auf dem Burgwall Zeugnisse gefunden. Das steinerne Gesicht und die vier Figuren am Eingang der Kirche stammen vermutlich auch aus dieser Zeit.
Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1346 zurück. In der Meißener Bistumsmatrikel wird das Pfarramt „Mesaw" aufgeführt, 1429 wird Hans von Kottwitz als Besitzer von „Mesow" genannt, 1489 von Wolfersdorf von Klein Mehßow. Die beiden Dörfer gehörten früher nicht zusammen, jedes hatte seine eigene Gutsherrschaft. Klein Mehßow gehörte zeitweilig auch zu Mallenchen. 1544 wurde ein Vertrag über Alaun- und Kupferwasserschürfung in Groß Meh-ßow geschlossen und 1546 hinter dem Kohlhof ein Bergwerk errichtet.
1864 entstand anstelle eines baufällig gewordenen Vorgängerbaus die neue heutige Kirche.
Das Rittergut war zuletzt im Besitz der Familie von Patow. 1864 ließ Richard von Patow die stark zugewachsenen Teiche wieder in Ordnung bringen und führte eine intensive Fischwirtschaft ein.
Kirche und Gutshaus stehen heute unter Denkmalschutz.
Das Gutshaus in Klein Mehßow war einst eine frühdeutsche Wehranlage.
Die wald- und wasserreiche idyllische Umgebung des Ortes lädt zu ausgedehnten Wanderungen ein. Für eine kleine Stärkung zwischendurch kann man die Gaststätte Kasprick in Groß Mehßow empfehlen.
Aktuelle Meldungen
Feuerwehrfrauen wollen gleichberechtigt mitarbeiten
(24.03.2012)Roswitha Reiche aus Klein Mehßow kandidiert am Samstag für Kreisfeuerwehrverband
Oberlöschmeisterin Roswitha Reiche von der Freiwilligen Feuerwehr Mehßow.
Die Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes OSL (KFV) wird am Samstag, 10. März, in der Bronkower Bauernküche einen neuen Vorstand wählen.
Zwölf Kandidaten haben sich für den Vorstand mit acht Sitzen beworben. Jüngster Bewerber ist Martin Höntsch (18) aus Ruhland, einzige Bewerberin ist Roswitha Reiche aus Klein Mehßow. „Aktive Kameradinnen der Feuerwehr leisten das Gleiche wie ihre Kameraden. Da ist es doch nur kameradschaftlich, wenn wir auch in der Verbandsarbeit gemeinsam etwas bewegen“, begründet sie ihre Kandidatur.
Roswitha Reiche hat nicht nur ihre Ausbildung bei der Feuerwehr absolviert und ist aktiv in der Ortswehr Mehßow tätig. Sie war auch am 20. Januar in Schöllnitz an der Gründung des Fachbereichs Frauen beteiligt. Schon zuvor hatten sich aktive Feuerwehrfrauen regelmäßig zum Erfahrungsaustausch getroffen. „Wie auf der Landesebene wollen sich die Frauen ebenso in die Arbeit des Kreisfeuerwehrverbandes einbringen“, sagt die 53-Jährige. Vorsitzende des Fachbereichs ist Monika Böttcher aus Neupetershain. Die 1. Stellvertreterin Martina Netzker aus Zinnitz ist verantwortlich für die Ausbildung. Michaela Gall aus Gahlen kümmert sich als 2. Stellvertreterin um die Wettkampfarbeit. „Und ich kandidiere für den Verbandsvorstand“, erklärt Roswitha Reiche die Arbeitsteilung im Fachbereich, dem zurzeit 15 Frauen aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz angehören. „Wir wollen den direkten Kontakt zum Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes herstellen“, ergänzt Roswitha Reiche.
Laut Satzung des KFV sind am Samstag folgende Funktionen für den Zeitraum von sechs Jahren neu zu besetzen: Vorsitzender, 1. Stellvertreter, 2. Stellvertreter, Geschäftsführer, Schatzmeister, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Schriftführer und Feuerwehrhistorik. Der Kreisjugendfeuerwehrwart, der Kreisbrandmeister und die Sprecherin der Frauen sind nicht gewählte Mitglieder des Vorstands.
Auf der Delegiertenversammlung wird ab 10 Uhr auch Rechenschaft für das Jahr 2011 abgelegt. Und es werden verdienstvolle Feuerwehrleute ausgezeichnet. Weitere Informationen zur Vorstandswahl und zur Verbandsarbeit gibt es auf der Internetseite www.kfv-osl.de.

Erster Frühjahrsputz an den Mehßower Teichen
(21.03.2012)Nabu-Regionalverband Calau und Partner befreien Biotope von unerwünschten Schattenspendern
Mit Motorsäge und bloßer Hand rückten die Naturschützer dem Erlenwuchs zu Leibe.
Unter der Regie des Nabu-Regionalverbandes Calau machten sich Vereinsmitglieder und Helfer am Wochenende auf den Weg nach Groß Mehßow. Ihr Ziel waren die beiden Feuchtbiotope Falkenhahnsteiche sowie drei weitere Amphibien-Oasen am Großteich im Naturschutzgebiet (NSG) „Tannenbusch und Teichlandschaft Groß Mehßow“.
Ulf Bollack von der Naturwacht Niederlausitzer Landrücken erklärte, warum der Arbeitseinsatz so früh stattfinden musste: „Das Gesetz schreibt vor, das solche Einsätze bis Ende Februar abgeschlossen sein müssen. Es gibt Tiere, die diese Brut- und Laichhabitate relativ zeitig aufsuchen“, so der Naturwächter. Stellvertretend nannte er den Moorfrosch.
Der Schwerpunkt der Arbeiten lag im Fällen von fünf- bis achtjährigen Erlen. Angelegt wurden die Biotope 2004 mit Mitteln aus dem Naturschutzfonds. Bäume an den Ufern sorgten zunehmend für Schatten auf dem Wasser, was wiederum das Erwärmen der rund 100 bis 200 Quadratmeter großen Teiche beeinflusste. Das Gros der Amphibien bevorzuge zum Laichen wärmere Gewässer. Ferner führe der Laubfall zur ungewollten Nährstoffanreicherung und Verlandung.
„Wir sind bestrebt, die Biotope zu erhalten und zu ertüchtigen“, so Bernd Elsner. Der Geschäftsführer des Nabu-Regionalverbandes Calau lobte das Zusammenwirken mehrerer Institutionen. „Das hier ist eine vorbildliche Sache“, bestätigte Eugen Nowak, Leiter des Biosphärenreservates Spreewald. „Ein attraktives Umfeld liegt auch uns am Herzen“, begründete der Vorsitzende vom Landverein Mehßow, Gerd Kasprick, sein Mitwirken.
Auch Roswitha Reiche hatte sich in die Frühjahrsputz-Aktion eingebracht: Die Ortsvorsteherin sorgte mit dem Anfeuern des Versammlungsraumes im Gutshaus für wärmende Momente nach getaner Arbeit.
Quelle: Lausitzer Rundschau - Lokal Spreewald

Festgottesdienst in Groß Mehßow
(15.02.2012)Sanierter Kirchturm wird gefeiert / Superintendent Thomas Köhler lobt Gemeinde
Die fertige Sanierung am Kirchturm hat die Kirchengemeinde Groß Mehßow mit Pfarrerin Kathrin Schubert mit einem Festgottesdienst gefeiert.
Mit einem Festgottesdienst ist kürzlich in Groß Mehßow der Abschluss der Kirchturmsanierung gefeiert worden. Zu diesem Anlass durfte Werner Kubeile, vom Gemeindekirchenrat, die Kirchenglocken etwas früher läuten lassen.
Mit bewegenden Worten gelang es Pfarrerin Kathrin Schubert die Bedeutung und Stellung der Kirche in der heutigen Zeit darzulegen. Früher seien Gotteshäuser oft Zufluchtsorte gewesen. Heute würden diese als Orte der Begegnungen wahrgenommen, in denen gesungen und Gottes Wort verkündet wird, in denen Menschen Taufe, Konfirmation oder Hochzeiten begehen aber auch Trost erfahren. „Allein als Gebäude spricht die Kirche für sich und wird bereits von Kindern wahrgenommen“, sagte Pfarrerin Schubert.
Sie bedankte sich bei allen Mitwirkenden, die durch Arbeitskraft, Wissen, Zuwendungen oder Gebete zum Erfolg der Sanierungsmaßnahmen beigetragen hätten. „Ich freue mich mit ihnen und möchte mich den dankenden Worten anschließen“, sagte Thomas Köhler. Der Superintendent erwähnte, dass an einer Kirche abzulesen sei, wie es um die Kirchengemeinde steht.
Pfarrerin Kathrin Schubert weiß um „die Motoren“ in ihrer Gemeinde. Stellvertretend für alle nannte sie die Familien Kuba und Thieme. Nach einem Baubericht durch Bauplaner Ronny Behrendt und den Worten von Bürgermeister Werner Suchner, der darauf hinwies, dass das „hier Geschehene nicht selbstverständlich ist“, gingen die Festmomente mit einer Kaffeetafel im Michaelisraum weite.

Ausdauer, Geschlossenheit, gesunder Ehrgeiz
(31.12.2011)Landverein Mehßow blickt auf zehn Jahre zurück / Jeder fünfte Einwohner ist Mitglied im Verein
Glückwünsche zum zehnjährigen Bestehen des Vereins hat Gerd Kasprick (r.) von Matthias Nerenz (l.) entgegengenommen. Der Geschäftsführer vom Heimatverein Calau erinnerte, das der Verein kommendes Jahr bereits sein 20-jähriges Bestehen feiert. Mit der Kamera festgehalten wird der Moment von dem in Plessa lebenden Mehßower Orts-Chronisten, Rainer Kamenz.
Mit einer Jubiläumsfeier im Gasthaus Kasprick hat der Landverein Mehßow an seine Gründung vor zehn Jahren erinnert. Ausdauer, Geschlossenheit und gesunder Ehrgeiz zählen zu den Markenzeichen des Vereins, die der Gemeinschaft im Jubiläumsjahr einen redlich verdienten Geldsegen bescherte.
41 Mitglieder zählt der Landverein Mehßow, der am 24. Oktober 2001 mit 25 Personen gestartet war. Damit hat sich mittlerweile jeder Fünfte der rund 200 in Groß und Klein Mehßow lebenden Einwohner in den Verein eingereiht.
Die bevorstehende Gemeindegebietsreform veranlasste die im „Dreiländereck“ Oberspreewald-Lausitz, Dahme-Spreewald und Elbe-Elster lebenden Menschen seinerzeit über das Bewahren lieb gewonnener Traditionen und die zukünftige Kulturarbeit nachzudenken. Heimat- und Traditionspflege, Sport-, Jugend- und Seniorenarbeit – später auch das Feuerwehrwesen – galt es zu erhalten und zu entwickeln, fasste Gerd Kasprick in seinem Rückblick zusammen.
Sinnbildlich verneigte sich der Vereinsvorsitzende vor seine Weggefährten, „die brav ihre Mitgliederbeiträge zahlen und dafür noch ehrenamtlich arbeiten dürfen“. Das sei Idealismus auf hohem Niveau, sagte er. So sieht es auch die Jury des Dorfwettbewerbes auf Kreisebene, die dem rührigen Verein des Calauer Ortsteiles kürzlich einen Ehrenpreis in Höhe von 750 Euro überreichte. „In den Genuss dieser unerwarteten Zuwendung kam auch der Calauer Ortsteil Bolschwitz“, informierte Roswitha Reiche während der Jubiläumsfeier.
Die Ortsvorsteherin hatte von der Preisverleihung aus Klettwitz noch eine weitere vorweihnachtliche Bescherung mitgebracht. „Alle zehn beteiligten Dörfer können im kommenden Jahr 1000 Euro aus der Gewinnausschüttung des PS-Lotteriesparens abrufen. Damit wird ein Kinder- oder Jugendprojekt gefördert“, vermeldete sie unter dem Beifall der über 50 Gäste.
In welches Projekt die Mittel fließen, werden Beratungen ergeben, die in Mehßow oft in großem Rahmen geschehen. „Bei unseren Zusammenkünften, in denen über die jährlichen Veranstaltungskalender befunden wird, sind Vertreter aller lokalen Interessengruppen anwesend“, erklärte Gerd Kasprick. Landverein, Feuerwehr, Kirche, Gastwirtschaft, Jagdgenossenschaft, zählte der Vereinsvorsitzende auf und verwies auf eine passable Zusammenarbeit mit verwandten Vereinen aus der Nachbarschaft.
Eine Bestätigung erfolgte am Samstagabend, als sich Vorsitzende oder Geschäftsführer der Heimatvereine aus Calau, Crinitz (EE) und Fürstlich Drehna (LDS) in die Gruppe der Gratulanten einreihten. Sie attestierten den Mehßowern eine solide Vereinsarbeit und wünschten Kraft und Gelingen zur Umsetzung weiterer Vorhaben.
Auf einer bereits existierenden Wunschliste sind kühne aber durchaus umsetzbare Konzepte notiert: So soll die Sanierung des Gutshofes und des Radweges nach Crinitz forciert werden, ein Spielplatz entstehen und Aktivitäten intensiviert werden, die den Klein- und Groß Mehßowern endlich einen breitbandfähigen Internetzugang ermöglichen.
Zum Thema:
Mitglieder, die Aufbaudienste geleistet haben oder über Jahre aktiv im Landverein mitwirken, sind vom Vereinsvorsitzenden Gerd Kasprick mit einem Präsent überrascht worden. Dazu zählen Viola Kasprick, die seit der Gründung im Vorstand mitarbeitet, Roswitha Reiche, Rosi Haberland, Klaus Sander, Rainer Kamenz, Friedhelm Jurk und die erste Vereinsvorsitzende, Carola Kasprick.

Raddusch gewinnt im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“
(31.12.2011)Ogrosen auf dem zweiten Platz / Schwarzbach und Kroppen teilen sich Platz 3
Die Preisübergabe für die zukunftsfähigen Dörfer.
Raddusch aus dem Norden des Oberspreewald-Lausitz-Kreises ist ein zukunftsfähiges Dorf. Im 8. Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ hat es den 1. Platz belegt und ist am gestrigen frühen Abend auf der 20. Sitzung des Kreistages in Klettwitz geehrt worden. Der zweite Platz geht an Ogrosen, und den dritten teilen sich mit gleicher Punktzahl Schwarzbach und Kroppen aus dem Süden des Landkreises.
Insgesamt hatten sich zehn Orte am Wettbewerb beteiligt. Dazu gehörten außer den vier Erstplatzierten Groß Mehßow, Bolschwitz, Guteborn, Kostebrau, Muckwar und Kalkwitz. Im September waren sie von der Jury bereist und bewertet worden. Dabei hat Raddusch, das bereits beim 7. Wettbewerb den zweiten Platz erreicht hatte, besonders mit seiner beachtlichen Entwicklung auf dem Gebiet des Tourismus gepunktet. Beeindruckend ist, dass das Dorf mit 691 Einwohnern über 300 Hotelbetten verfügt, 25 Kahnfährleute Gäste durch die Fließe staken und 60 Einwohner inzwischen direkt vom Tourismus leben.
Die Sparkasse Niederlausitz hat 10 000 Euro Preisgeld für den Wettbewerb bereitgestellt. „Niemand geht leer aus“, so Marketingleiterin Elke Ristau. Darüber hinaus erhalten alle beteiligten Orte einen Baumgutschein und können im nächsten Jahr 1000 Euro für die Förderung eines Kinder- und Jugendprojektes aus dem PS-Lotteriesparen abrufen.
Quelle: Lausitzer Rundschau - Lokal Spreewald
Foto: © Steffen Rasche

Mit dem Supermarkt auf Rädern unterwegs
(25.11.2011)Bernd Kasprick fährt mit seinem Einkaufsbus von Groß Mehßow aus über die Dörfer in vier Landkreisen
Bernd Kasprick ist mit seinem Mobilmarkt vorgefahren und hält nach Kunden Ausschau.
Einkaufen auf dem Land – das ist für alle, die nicht mobil sind, oft umständlich. Den Konsum als Einkaufs- und Kommunikationszentrum gibt es nicht mehr. Mit seinem Mobilmarkt ist Bernd Kasprick seit fast zwei Jahrzehnten in den Landkreisen OSL, LDS, EE und SPN unterwegs. Für seine meist älteren Kunden ist er der „junge Mann“, der mitbringt, was im Haushalt gebraucht wird.
Wenn sich das große Tor am Dorfeingang Punkt 9 Uhr öffnet und der Bus mit der Aufschrift „Kaspricks Mobilmarkt“ langsam auf die Straße schiebt, dann haben Bernd und Viola Kasprick schon ihre erste Schicht hinter sich. Lieferanten haben sie zum Teil schon im Morgengrauen mit frischer Ware beliefert, die Regale in ihrem Supermarkt auf Rädern sind aufgefüllt – und die ersten Kunden waren schon da. So wie diesmal Wilfried Thieme und seine Tochter Cornelia Strey. Sie holen Torten für eine große Familienfeier ab. „Ab 8.30 Uhr öffnen wir hier für die Mehßower, dann geht die Tour weiter ins Dorf“, erklärt Viola Kasprick.
Bernd Kasprick ist in seinen weißen Kittel geschlüpft und sitzt nun hinter dem Lenkrad. In Mehßow an der Gaststätte ist der erste Halt an diesem Tag. Selli Röming ist so pünktlich wie der Bus zur Stelle. Sie gehört zu den Stammkunden, die genau wissen, wann der Mobilmarkt an ihrer Haltestelle stoppt. „In der Wendezeit hatten wir die Idee“, erzählt Viola Kasprick. „Ich wollte mich beruflich verändern, wollte nicht mehr für andere arbeiten“, sagt Bernd Kasprick, gelernter Elektro-Monteur. Er kommt aus einer Gastwirtsfamilie, und so lag ihm der Handel nahe. Wer selbst auf dem Dorf lebte, merkte, dass es immer weniger Einkaufsmöglichkeiten besonders für die Älteren gab. Dachten Kaspricks zunächst an einen Verkaufswagen, so tauschten sie auf einer Messe Erfahrungen aus und entschieden sich für einen Bus, den sie von Cottbuser Kraftverkehr kauften und zum Supermarkt umbauten. „Die Leute können einsteigen und selbst aussuchen, was sie kaufen wollen – eben genauso wie in einem Laden“, erklärt Viola Kasprick den Vorteil. Sie begleitet diesmal ihren Mann auf der Tour. „Eigentlich ist er allein unterwegs, doch um den Kundenkontakt zu pflegen, fahre ich manchmal mit“, erklärt die 51-Jährige. Sie ist es ja auch, die am Telefon Bestellungen entgegennimmt. So wissen die Kunden beim nächsten Mal, mit wem sie sprechen. Wenn alle Stränge reißen und ihr Mann mal nicht fahren kann, dann liefert sie mit dem Pkw die wichtigsten Waren aus.
Von Groß Mehßow aus geht die Tour diesmal weiter nach Bathow. Das Hupen ist nicht zu überhören in dem Dörfchen. Bernd Kasprick hält an, öffnet die Bustür, legt ein Trittbrett raus und wartet. Er schaut in den sonnigen Herbsttag, doch nur die Vögel zwitschern. Die beiden Kunden, die er hier sonst bedient, sind wohl nicht da. Die Tür geht wieder zu und die Tour weiter. „Ich komme dorthin, wo der Kunde es wünscht – auch für einen einzelnen“, erklärt der 52-Jährige.
Zinnitz heißt die nächste Station. Dort steht schon ein Bäckerwagen, doch Klaus Bachmann eilt auf den Bus zu. „Ich hole mir hier immer meine Zeitung“, erzählt der ehemalige Gastwirt. Sein Haus an der Hauptstraße ist schon lange geschlossen. Bei Bernd Kasprick kauft er gern ein. „Er ist freundlich und hat alles, was man braucht“, sagt der Zinnitzer. Reinhard Recnicak durchforstet am zweiten Haltepunkt die Zeitschriftenauslage. „Meine Frau ist krank, ich habe kein Auto“, erklärt er und schaut sich nach den Sachen um, die auf seinem Zettel stehen. Ohne Zettel kommt Johanna Laurisch. Sie weiß genau, was sie will. „Ich kaufe hier alles ein. Bis jetzt habe ich immer bekommen, was ich brauche“, sagt die Zinnitzerin. Bernd Kasprick hilft bei der Auswahl eines Kohlkopfes, packt beim Kassieren gleich die Waren in den Korb der Kundin. Stammkunden zücken ihr Bonuskärtchen, mit dem der Händler die Treue belohnt. Zu ihnen gehört auch Elfriede Schulze in Schlabendorf, der ersten Station hinter der Kreisgrenze OSL. Am Nachmittag wird der Mobilmarkt in Luckau sein. „Über 300 Kilometer fahre ich jede Woche“, schätzt der Händler ein. Nicht nur rund um Calau, auch im Spreewald, in Richtung Finsterwalde und Kolkwitz ist er unterwegs. Montag und Mittwoch hält er sich frei. Dann sitzt er schon mal am Computer und bereitet Handzettel mit Rezeptideen oder den neuen Kalender mit Mehßow-Bildern vor – als Dank für seine Kunden, die ihm auch schon Karten aus dem Urlaub oder kleine Gedichte geschrieben haben.
Quelle: Lausitzer Rundschau - Lokal Spreewald

Zum Jubiläum in den Tannenbusch
(18.11.2011)Naturschützer erkunden Landschaft / Künstliche Tümpel sorgen für Vielfalt
Zum 30. Mal hat die Arbeitsgruppe (AG) Orts- und Flurbegrünung des Nabu Regionalverbandes Calau zu einer Veranstaltung eingeladen. Das runde Jubiläum nutzten die bekennenden Naturliebhaber für eine Exkursion ins Naturschutzgebiet (NSG) „Tannenbusch und Teichlandschaft Groß Mehßow“.
Amphibienbestand stabilisiert
Die acht errichteten Kleingewässer mit einer Größe von jeweils 300 bis 400 Quadratmetern präsentieren sich zwar in einem eher unauffälligen Gewand, sorgen jedoch als kleine Tümpel für Vielfalt in der Landschaft. Wie Udo List informierte, wurde dadurch „auch ein Zeitfenster geöffnet, das zur Stabilisierung des Amphibienbestandes beitrug“.
Eine 2008 durchgeführte Kartierung durch den Nabu zeigte, dass sich ein entsprechendes Arteninventar entwickelt hat. Eine Bestätigung erhielten die Mitglieder der AG Orts- und Flurbegrünung und Gäste durch den Empfang von fliegenden Libellen und Schwänen, wegkreuzenden Moorfröschen sowie aus der Ferne grüßenden Rothirschen und Laubfröschen. Das zum Naturpark „Niederlausitzer Landrücken“ zählende, über 200 Hektar große Naturschutzgebiet „Tannenbusch und Teichlandschaft Groß Mehßow“ gilt als wertvolles Flora- und Fauna-Paradies, das es unbedingt zu erhalten gilt.
Region mit Wasser versorgen
Udo List informierte über zukünftige Renaturierungsmaßnahmen und über das Anliegen, im mit Mooren, Teichen, Gräben und kleinen Weihern versehenden Areal ein zuverlässiges Wasserregime herzustellen. Darüber hinaus gäbe es Bestrebungen, das NSG als Nationales Kulturerbe an den Landesforst zu übergeben. „Es gibt noch eine ganze Menge zu tun“, so Jürgen Jentsch von der UNB. Auch mit Blick auf die durch Klimawandel verursachten Schwankungen von feuchten und trockenen Perioden, die bisweilen erheblichen Einfluss auf Naturschutzgebiete ausüben.
Ortsvorsteherin Roswitha Reiche entführte die Teilnehmer am Ende der knapp dreistündigen Exkursion in die Galerie des Groß Mehßower Herrenhauses. Dort ist auf Dutzenden Bildern der Hobbyfotografen Simone Böttcher und Detlef Voigt die Einzigartigkeit der Flora und Fauna von Tannenbusch und Teichlandschaft festgehalten.

Windmüller legen sich bei Calau ins Zeug
(15.11.2011)Mit Bebauungsplan will sich die Stadt Mitspracherechte bei umfangreichen Investitionen von zwei Firmen sichern
Die Calauer Stadtverordneten haben einstimmig einen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Windkraftanlagen (WKA) Schadewitz 1 und 2 gefasst. Betroffen sind Flächen in den Ortsteilen Kemmen, Groß Mehßow und Groß Jehser. Mit der Firma PNE Wind AG aus Cuxhaven wird ein städtebaulicher Vertrag zur Erarbeitung dieses Planes geschlossen.
„Der vorhandene, rechtskräftige Bebauungsplan WKA Schadewitz wird nun überplant“, erklärt Helga Jochintke vom Calauer Bauamt. Zur Sicherung der städtebaulichen Entwicklung wird für den Bereich des Windeignungsgebiets die verbindliche Bauleitplanung festgelegt.
Für das gesamte Gebiet WKA Schadewitz 1 und 2, rund 383 Hektar, schließt die Stadt Calau mit der Cuxhavener PNE Wind AG einen städtebaulichen Vertrag ab, in dem geregelt ist, wie der Bebauungsplan erarbeitet wird. In dem Verfahren werden Erschließungsmöglichkeiten, nachbarrechtliche Belange, die Interessen aller Betroffenen, Versiegelungen, Kabeltrassen, Ausgleichsmaßnahmen und die Auswirkungen auf das Landschaftsbild geprüft. In den Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung wurde festgelegt, dass bereits vor der Realisierung abgestimmt wird, welche Ersatzpflanzungen vom Vorhabenträger vorgenommen werden. Die festgesetzten Ausgleichsmaßnahmen sollen bis spätestens ein Jahr nach der Fertigstellung der Windkraftanlagen vorgenommen werden. Dazu kommt die Pflege bis zu drei Jahre ab Pflanzung.
„Da sich das Windvorranggebiet auch in einem Waldgebiet befindet, sind Abstimmungen mit der zuständigen Forstbehörde bereits in der Planungsphase erforderlich“, sagt die Bauamtsleiterin. Es sollen Standorte und Zuwegungen für die Windräder so festgelegt werden, dass möglichst wenig Forstfläche in Anspruch genommen wird. Vertraglich festgelegt wird, dass der Vorhabenträger den Entwurf eines Bebauungsplanes mit integrierter Grünordnung durch ein Luckauer Ingenieurbüro erarbeiten lässt. Die Kosten übernimmt PNE. An der Umsetzung des gesamten Vorhabens ist auch die UKA GmbH aus Lohmen interessiert. „Beide Firmen haben eine vertragliche Vereinbarung zur Realisierung des Windparks getroffen“, so Margitta Görs.
Die Bauamtsleiterin betonte im Bau- und Finanzausschuss, dass durch die Aufstellung eines Bebauungsplanes die Stadt bei der Gestaltung des Gebiets mitreden kann. Sie rechnet damit, dass im November der Entwurf in der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt wird. Das Verfahren werde dann mindestens anderthalb Jahre brauche, ehe die Planung rechtskräftig ist.
Einwohner aus den angrenzenden Orten haben bisher die Diskussion in den Fachausschüssen und der Stadtverordnetenversammlung verfolgt. Sie schauen aufmerksam darauf, welche kommunalen Straßen und Wege für Schwerlasttransporte benötigt werden. Roswitha Reiche hatte im Bau- und Finanzausschuss die Frage gestellt, ob der Rückbau der Zuwegung gewollt wird. „Es geht ja nicht nur um die Bauphase. Später kommen auch Fahrzeuge, die zur Instandhaltung und Reparatur an die Windräder heranfahren“, erklärte sie.
Im Zusammenhang mit dem Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans WKA Schadewitz 1 und 2 haben die Stadtverordneten weitere Beschlüsse gefasst, die sich aus der Zusammenführung der beiden Gebiete und der zum Teil schon vorliegenden Planung ergaben. So wurde eine Ausnahme von der Veränderungssperre des Bebauungsplans Schadewitz 2 beschlossen. Und es gibt eine Satzung, die die Planung im Gebiet des Bebauungsplanes regelt.

Neuer Platz für Info-Tafel in Groß Mehßow
(09.11.2011)Über Groß Mehßow und Umgebung können sich Besucher auf einer Tafel informieren, die am Gemeindehaus steht. Besser wäre es, wenn sie an der Bushaltestelle an der Straße platziert wäre, so Bürgermeisterin Roswitha Reiche. Im Zuge der Bauarbeiten am Buswendeplatz, wird die Tafel umgesetzt.
Quelle: Lausitzer Rundschau - Lokal Spreewald

Drei Dörfer schauen in die Zukunft
(28.10.2011)Boschwitz, Mehßow und Ogrosen schließen Rundreise im Dorfwettbewerb ab
Treffpunkt Kriegerdenkmal Bolschwitz: Richard Glaschick hat den Tisch mit Herbstfrüchten dekoriert.
Wie es sich in Bolschwitz, Groß Mehßow und Ogrosen leben lässt, hat die Jury des Kreiswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ am Donnerstag erkundet. Damit sind die Rundgänge abgeschlossen.
Bolschwitz
„Treffpunkt Busbude, bitte festes Schuhwerk und Taschenmesser mitbringen!“ Das feste Schuhwerk ist für die Wanderung durch den Wald zum Tabakfeld von Bernd Jannaschk notwendig. Auf dem Weg dorthin berichtet Jentsch über den Ort mit seinen 140 Einwohnern. Anhand eines Luftbildes kann er die Veränderungen benennen, die Bolschwitz als wohnenswerten Ort ausweisen und dessen Leitbild „Leben – Nutzen – Erhalten“ ist. Als den „Nagel im Fleisch“ bezeichnet Jentsch das aktuelle Schul- und Kita-Problem. „Wir haben eine Schultradition, die Missen heißt und nicht Calau. Unsere Kinder wurden nun Calau zugeordnet, weil es durch das Schulamt so angewiesen wurde. Dabei haben viele Kinder noch Oma und Opa in Missen, die sich nach der Schule um ihre Enkel kümmern könnten“, so der Ortsvorsteher. Ein weiteres Problem sind die sich dem Ort von Gahlen her nähernden Windkraftanlagen, die mal die Dorfansicht prägen werden. „Der 90 Meter hohe Windmessmast wird dagegen bald verschwinden, er war nur in der Vorbereitungsphase notwenig“, antwortet Jentsch auf eine entsprechende Nachfrage. „Solch ein Wettbewerb ist auch dafür geeignet, zu erkennen, wo wir stehen und was wir noch verändern sollten“, so der Bolschwitzer Ortsvorsteher.
"Der Kampfgeist der Mehßower ist bewundernswert. Ich bin gespannt, was in den nächsten drei Jahren hier passieren wird“, stellt Marlies Schöne, Vorsitzende der Wettbewerbskommission, zum Abschluss der Runde im Groß Mehßower Herrenhaus fest. Da hatte Ortsvorsteherin Roswitha Reiche, unterstützt vom Landverein und der Feuerwehr, schon eine Lanze für das Doppeldorf mit den unterschiedlichen Mentalitäten gebrochen. Es ist der sanfte Tourismus, mit dem in Zukunft mehr gepunktet werden soll. Im Dreiländereck von OSL, LDS und EE gelegen und noch besser ans Radwegenetz angebunden, wenn die Verbindung nach Crinitz einmal hergestellt ist, hoffen sie auf naturinteressierte Besucher. Das Naturschutzgebiet „Tannenbusch und Teichwirtschaft“ ist nur ein Argument, Mehßow und Umgebung zu erkunden.
Saniert wird gerade der Kirchturm. Das Kirchenschiff soll im nächsten Jahr instand gesetzt werden. „Zum Festgottesdienst beim Dorffest haben wir rund 100 Besucher gezählt“, berichtet Roswitha Reiche. Auch der Tag des offenen Denkmals sei gut angenommen worden. Dass Besucher zwei schmucke Dörfer erkunden können, dafür sorgen die Einwohner ehrenamtlich. Der Landverein und der Feuerwehrverein haben die Pflege von Grünflächen übernommen. Mit der „Aktiv für Mehßow“-Karte sammelt jeder Punkte, die als Eintritt beim Dorffest eingelöst werden können.
Stolz sind die Mehßower aber auch auf ihre Feuerwehr. Die Mädchen sind 2010 in Lübbenau Landesmeister der Jugendfeuerwehren geworden.
Ogrosen
„Zettel in den Briefkasten, und die Ogrosener kommen“, erzählt Ortsvorsteher Hans Schumacher. So war es jedenfalls, als Einwohner und Beschäftigte des Gutes zum Großeinsatz im Gutspark antraten. Seit zwölf Jahren wird der vom Architekten Stefan Hohmann mit betreut. Auf dem Gutshof erfahren die Besucher von Maja Rose, dass sich der große Ziegenstall am Wochenende in einen Filmpalast verwandeln wird. Kunstmaler Henry Krzysch stellt seine Werkstatt und die Projekte vor. Staunen im Landarbeiterhaus, das mit Naturmaterialien restauriert wurde.
Stolz öffnet Torsten Luge die Türen des Feuerwehrhauses, in dem ein modernes Tragkraftspritzenfahrzeug steht und in dem schon viele freiwillige Stunden geleistet wurden. Der Satz am Depot ist fürs Dorf Programm: „Einer für alle, alle für einen“. „Ich bekomme gleich eine Gänsehaut“, stellt Käthe Krüger fest, als sie erzählt, dass es mit der Feldsteinkirche mit 23 000 Euro Schulden angefangen hat und heute über mehr als 300 000 Euro Spendengelder durch das unermüdliche Wirken vieler Ogrosener gesprochen werden kann. Ihnen ist auch zu verdanken, dass der Friedhof der Kirchengemeinde so gepflegt ist. „Wir wollen den Friedhof der Kinder, die im 19. Jahrhundert an damals noch unheilbaren Krankheiten gestorben sind, wieder herrichten, die Steine gibt es noch“, erzählt Heimatvereins-Chef Frank Thiede.

Mit Trögen über Teich gepaddelt
(09.09.2011)28.Dorffest in Groß Mehßow mit Brühtrogfahren und großer Traktorenschau
Das Paddeln im gemischten Doppel hat zu den Höhepunkten beim 18. Brühtrogfahren in Groß Mehßow gehört. Gerd Kasprick und Madlen Nicolai hatten von Beginn an die Nase vorn, während Dieter Winzer mit Carola Kasprick letztlich doch baden ging.
Das Dorffest in Groß Mehßow hat mit seiner 28.Auflage seiner Tradition und seinem über die Ortsgrenzen hinaus bekannten guten Namen alle Ehre gemacht. Besonders am Sonntag mit der großen Traktorenschau, dem traditionellen Brühtrogfahren und einem Andrea-Berg-Double waren die Besucher begeistert.
„Wir sind uns treu geblieben und haben versucht, für jedes Alter etwas anzubieten. Das Spektrum war recht groß und unser Schlosspark war jeden Tag ein Anziehungspunkt“, stellte Viola Kasprick vom Landverein Mehßow fest.
Nach dem Festauftakt am Freitagabend im Schlosspark gaben sich am Samstag nach dem Feuerwehrausscheid drei Bands die Klinke in die Hand. Während „Hi-Hat“ und „Tinitus“ schon mächtig auf die Tube drückten, wurde es zu später Stunde mit „Smoking Thompsons“ richtig rockig.
Unfreiwillige Badeeinlagen
Die Festhöhepunkte erwarteten die Besucher am Sonntag mit dem 18. Brühtrogfahren im Dorfteich und der großen Traktorenschau. „Mein Kumpel Dieter Winzer und ich haben uns das vor 18 Jahren mal ausgedacht und sind jedes Jahr dabei. Zweimal wollen wir auf alle Fälle noch mitmachen“, sagte Gerd Kasprick. „Wir versuchen auch immer etwas anderes zu machen. Diesmal haben wir neben dem Brühtrog noch ein wackliges Schlauchboot zum Umsteigen“, so Kasprick
Zunächst trauten sich nur Frauen auf den Mehßower Teich und paddelten wacker im Brühtrog. Aber „Plantsch“ machte es dann trotzdem. Das blieb auch den Herren nicht erspart.
Sogar Gäste aus Baden-Württemberg versuchten sich bei diesem Gaudi. Mit einem kräftigen Schubser ging der erste gleich am Start baden. „Wir sind aus Biberach und unser Kollege hat uns eingeladen, mal eine Woche Urlaub in seiner Heimat zu machen. Und bei so einem Spaß machen wir doch mit“, sagte Uwe Belz, der mit Uwe Künne um die Wette fuhr.
Bereits am Vormittag waren nach dem Festgottesdienst in der Kirche Fans von Traktoren und Schleppern auf ihre Kosten gekommen. Das große Areal vor dem Mehßower Gutshaus wurde zum Mekka der Liebhaber von Lanz Bulldog und Fendt, Eicher, Hanomag, Güldner oder Marke Eigenbau. Auf eigener Achse kam Helmut Preuß aus Zinnitz angetuckert. „Mein Fendt Farmer 2 ist Baujahr 1964, genauso alt wie ich und läuft auch noch so gut wie ich“, scherzte der Zinnitzer.
Insgesamt 66 Fahrzeuge reihten sich auf dem Hof auf. „Wir haben 20 Traktoren mehr als im vergangenen Jahr und ganz interessante Maschinen dabei“, erklärte Jörg Reichwald, der gemeinsam mit seinem Sohn Chris das Traktorentreffen organisiert hatte. Zu jenen besonderen Maschinen gehörte unter anderem ein Lanz – Industria Argentina „Pampa“ von 1954 des Sammlers Helmut Tosch aus Waltersdorf. Ältestes Modell war eine 1927 erbaute Mähmaschine von McCornick auf „Stahlbereifung“. „Früher hatten wir selbst mal Landwirtschaft, noch mit Pferden. Dann habe ich die Maschinen gesehen und gehört. Das war Liebe auf den ersten Blick“, erinnerte sich der heutige Besitzer Wolfgang Henning aus Doberlug-Kirchhain. „Das ist schon ein absoluter Hingucker. Da kann man sich tatsächlich verlieben“, sagte auch Jürgen Völpel aus Säritz.
Gegen Mittag wurden die historischen Traktoren dann nacheinander angeworfen und es ging zur kleinen Traktorenparade über Klein Mehßow nach Craupe, Radensdorf und zurück nach Groß Mehßow.
Schau bleibt Fest-Bestandteil
„Wir waren schon im letzten Jahr über den Zuspruch erfreut. Dass wir die Schau in diesem Jahr ausbauen konnten, ist natürlich großartig. Durch die Zusammenarbeit der Schrauber mit unserem Landverein ist die Traktorenschau zweifellos eine Besonderheit für Mehßow, die wir in den nächsten Jahren auf alle Fälle beibehalten wollen“, blickte Jörg Reichwald nach vorn.
Quelle: Lausitzer Rundschau - Lokal Spreewald

1000 Euro für David
(22.07.2011)Benefizkonzert in Groß Mehßow wird zum Erfolg
Seit Montag ist die Summe bekannt, die das Benefizkonzert für David Wolfram erbracht hat. „Dank der Spenderbereitschaft können wir David am Mittwoch den stattlichen Betrag 1000 Euro überreichen“, freut sich Viola Kasprick vom Landverein Mehßow.
Die Band Tinitus, im kleinen Bild Bandmitglied Marian, hat für die Ouvertüre des Benefizkonzertes gesorgt. Im Anschluss heizte Rockröhre EliZa das Festzelt.
Mit dem Benefizkonzert am Wochenende haben die Einwohner und Freunde von Klein und Groß Mehßow bewiesen, dass es in den beiden Orten noch ein lebendiges Gemeinschaftsgefühl gibt. „Willkommen in unserer Welt“ schmetterten die Musiker der Band Tinitus zum Konzertauftakt einen Rosenstolz-Klassiker ins Festzelt.
Für David Wolfram ist die Welt seit Juni 2010 eine völlig andere. Nach einem Schicksalsschlag ist der 26-Jährige an den Rollstuhl gefesselt und muss seither sein Leben komplett neu ordnen. „Es ist bezeichnend für David, wie er den Alltag trotz Handicap meistert. Wir hatten zu keiner Zeit Bedenken, dass er eventuell in ein tiefes seelisches Loch fallen könnte“, sagt Gerd Kasprick, Vater von Davids Freundin Christin Kasprick und Vorsitzender des Landvereins Mehßow.
Dieser ist beim Benefizkonzert-Auftakt von der Ideengeberin der Veranstaltung, Heidemarie Kleinau ebenso lobend erwähnt worden, wie Fleischer Müller aus Crinitz, Gastwirt Teichert aus Calau sowie die vielen couragierten Helfer, die sich in die Veranstaltung einbrachten. Jenny, Juana, Norman, Silvio, Norbert und Marian von der Gruppe Tinitus zeichneten für den ersten Teil der zwei musikalischen Blöcke verantwortlich.
Das Festzelt zum Brodeln brachte im Anschluss die Sängerin EliZa. „Eine große Frau und großartige Stimme. Sie war ein richtiger Bringer und wusste das Publikum zu begeistern“, stellte David Wolfram fest.
Der Mehßower staunte über den regen Besuch trotz Dauerregens und fand Gefallen an der Musik, die auch ihn berührte. Bis nach Mitternacht genoss er die gesellige Stimmung und die Augenblicke eines unvergessenen Konzertes, das beherzte Mitmenschen für ihn und für die kulturelle Vielfalt im Dorf organisiert hatten.
Quelle: Lausitzer Rundschau - Lokal Spreewald

Ein Konzert für David
(13.07.2011)Mehßower und Freunde aus der Umgebung unterstützen den Mann aus der Nachbarschaft
David Wolfram lebt in Groß Mehßow bei seiner Freundin Christin Kasprick und ihren Eltern. Mit seinem Rollstuhl kommt er inzwischen auch mal raus in den Garten.
Ein Sommertag im Juni 2010 hat das Leben von David Wolfram von einer Minute auf die andere verändert. Der damals 25-Jährige machte einen unbedachten Sprung in den Dorfteich, seitdem ist er querschnittsgelähmt. Fast auf den Tag genau nach einem Jahr wollen Mehßower und Freunde aus der Umgebung für David ein Benefizkonzert veranstalten.
Die Idee zu solch einem Konzert hatten Heidemarie Kleinau und ihr Lebensgefährte Dieter Winzer aus Klein Mehßow. Schnell waren auch die Musiker von Tinitus, ein „Familienprojekt“ der Kleinaus mit ehemaligen Mitgliedern der Band Forpex, und Sängerin Eliza für eine Benefizveranstaltung begeistert. „Unterstützung haben wir für unsere Idee im Landverein Mehßow gefunden“, erzählt Heidemarie Kleinau. Der Verein bringt als Veranstalter der Dorffeste Erfahrungen mit, wie solch ein Konzert auf die Bühne gebracht werden kann, und stellt kostenlos das Zelt zur Verfügung. Ein Fleischer wird 100 Bratwürste spendieren, ein Gastwirt ein Fass Bier. So sind es viele, die zum Gelingen der Veranstaltung beitragen wollen.
David Wolfram ist begeistert von der Idee, dass es für ihn ein Konzert geben wird. „Wenn das Wetter mitspielt, werde ich auch hinkommen“, sagt er. Einen Lieblingstitel wünscht er sich nicht, doch er würde sich freuen, wenn es richtig rockt. Metallica und AC/DC machen die Musik, die ihm gefällt. „Tinitus spielen oft bei Familienfeiern für alle Generationen. Sie haben sicher auch von diesen Bands Titel drauf“, ist Heidemarie Kleinau überzeugt. Eliza bringt ihre eigenen Titel mit und lädt auf ihrer Internetseite (www. Eliza-musik.com) zum Konzert ein.
Es ist schon die zweite Hilfsaktion, die Mehßower für David Wolfram organisieren. Beim Neujahrstreffen in Dürrwalds Schmiede hatte der Erlös aus dem Verkauf von Bratwurst, Bier und Glühwein sowie eines Kalenders mit Bildern aus der Region eine Summe von fast 700 Euro gebracht. Gastwirt Lutz Kasprick und sein Nachbar Siegfried Dürrwald hatten die Idee für das Neujahrstreffen, zu dem mehr als 60 Gäste gekommen waren. Bernd Kasprick vom Mobilmarkt hatten den Kalender gestaltet.
„Das Geld habe ich als Zuzahlung für meinen Rollstuhl verwendet“, berichtet David Wolfram und steuert ihn geschickt allein durch die Wohnung im Erdgeschoss des Hauses, in dem er mit seiner Freundin Christin Kasprick und ihren Eltern lebt. Dank einer guten physiotherapeutischen Betreuung und seines Willens, noch selbstständiger zu werden, hat sich die Finger- und Fußfunktion auf der linken Seite in den letzten Wochen verbessert. Doch der 26-Jährige will noch mehr. Für das Training mit der Physiotherapeutin braucht er eine Therapieliege. Für diese Anschaffung möchte er das Geld verwenden, das beim Benefizkonzert gesammelt wird. „Wenn ich es schaffe, einen Tag zu Hause allein zurechtzukommen, könnte ich auch studieren“, sagt der gelernte CNC-Zerspaner. Und Geld wird auch für den Umbauten des Hauseingangs benötigt, damit er mit seinem Rollstuhl auf dem Grundstück am Dorfteich noch mobiler sein kann.
Rückhalt findet er in seiner Familie, bei seiner Freundin Christin, bei den Kaspricks. Gemeinsam mit ihren Eltern, Karola und Gerd Kasprick, hat sie alles dafür getan, dass David in diesem Haus auch zurechtkommt. „Öffentliche Einrichtungen sind oft mit dem Rollstuhl gar nicht zu erreichen“, hat er inzwischen erlebt.
Die Organisatoren des Benefizkonzerts hoffen, dass viele Besucher den Weg in den Schlosspark finden. Sie wollen den jungen Mann unterstützen, der mit seinem Ehrgeiz, sein Leben auch im Rollstuhl zu meistern, nicht nur seine Familie und seine Nachbarn beeindruckt.
Quelle: Lausitzer Rundschau - Lokal Spreewald

Traktoren sind Hingucker in Groß Mehßow
(12.08.2010)Das zweitägige Dorffest in Groß Mehßow hat eine neue Attraktion: neben dem farbenfrohen Programm sorgte die erstmals organisierte Traktorenschau für großes Aufsehen. 46 blitzende historische Landmaschinen reihten sich vor dem Gutshaus auf und waren der Hingucker.
Jeder Traktor wurde von den Besuchern begutachtet und genauestens inspiziert. Fachsimpeln gehörte beim ersten Traktorentreffen in Groß Mehßow einfach dazu.
»Wir hatten schon lange vor, unsere historische Technik zu präsentieren. Dass gleich zur Premiere so viele Traktorenfans nach Groß Mehßow kommen, freut mich natürlich. Vielleicht bauen wir es im nächsten Jahr noch ein bisschen aus«, sagte Gerald Zech, Organisator der Traktorenparade. Allein in dem Dorf gebe es 14 Traktorenschrauber, die teils historische Maschinen, aber auch Eigenbau-Modelle besitzen.
Maschinen-Vielfalt
»Wir waren einmal zu einem Traktorentreffen eingeladen und haben danach den Gedanken gemeinsam mit dem Landverein Mehßow bei uns aufgegriffen, um unser Dorffest mit einer neuen Attraktion zu bereichern«, erklärte Jörg Reichwald. Er zeigte stolz seinen Eicher ES 201, Baujahr 1964.
Besonders die Vielfalt der Traktoren begeisterte die Besucher. »Das ist doch herrlich: so viel alte Technik und dazu zünftige Blasmusik«, sagte Wilfried Schneider aus Calau. Egal ob Fendt, Deutz, Lanz Bulldog oder Marke Eigenbau - um jeden Schlepper standen die Traktorenfreunde und fachsimpelten. »Wir haben schon zu DDR-Zeiten viel selbst gebaut, teils aus der Not heraus. Dann wurden die Trecker etwas stiefmütterlich behandelt und heute besinnen sich viele wieder auf ihre Schätze«, so Gerald Zech.
Mit Traktor von Raddusch
Bereits um 6 Uhr setzte sich Dieter Weißhahn aus Raddusch mit seinem roten Porsche-Traktor in Bewegung, um pünktlich in Groß Mehßow zu sein. »Das Ding hab ich als Schrotthaufen gesehen. Nach anderthalb Jahren fuhr er wieder«, erzählt der Radduscher. Gleich mit 10 schweren Geräten rückte die Dorfgemeinschaft Babben an. »Wir lieben unsere Traktoren. Schließlich sind 90 Prozent davon auch noch in Gebrauch«, sagte Lothar Mielack aus Babben.
Den wohl größten Auspuff hatte der Lanz Bulldog von Familie Ritter aus Calau. Enkel Rocky tuckerte mit Uropas Gefährt zum Dorffest. »Das sind ganz urige Maschinen - das muss man sich mal ansehen. So etwas bekommt man nicht jeden Tag geboten«, sagte Marcus Toberna aus Bathow.
Der Festsonntag begann mit einem Gottesdienst mit musikalischer Unterstützung der Rock-Pop-Band »Hi Hat«. »Es war mal etwas ganz Anderes, wenn in der Kirche nicht Orgel gespielt wird, sondern die Lieder mit Elektrogitarre begleitet werden«, sagte Calaus Bürgermeister Werner Suchner. Im Anschluss lockten die Niewitzer Blasmusikanten in den festlichen Park hinter dem Gutshaus und am Nachmittag begeisterte das traditionelle Teichfahren mit Brühtrog-Schippern, das bereits zum 17.-mal gefahren wird, die Besucher in Groß Mehßow.
Quelle: Lausitzer Rundschau - Lokal Spreewald

Geschichte wird in Groß Mehßow lebendig gehalten
(30.04.2009) Chronist Rainer Kamenz liest aus der Ortschronik / Fortsetzung angedachtMehr als 60 Besucher hörten am Sonntag Nachmittag in der Kirche von Groß Mehßow den interessanten Ausführungen ihres Ortschronisten Reiner Kamenz zur Dorfgeschichte. Der Landverein hatte gemeinsam mit der Kirchgemeinde zu dieser ersten Lesung eingeladen. Die Gemeinde sammelt für die Rekonstruktion ihrer Kirche.
Ganz bedächtig gingen die Besucher in die Kirche, zu einer Veranstaltung, die es in Groß Mehßow so noch nicht gegeben hat. „Ich bin schon etwas überrascht, dass recht viele Besucher von auswärts gekommen sind, wobei einige offenbar Ihre Wurzel bei uns in Groß Mehßow haben", sagte Viola Kasprick vom Landverein. Drinnen war eine Leinwand aufgestellt, auf die einige historische Bilder gezeigt werden konnten. Ortschronist Rainer wurde bei der Lesung von Carola Kuba und Rita Luck unterstützt. Das Trio las abwechselnd aus der Aufzeichnung und schilderte verschieden Epochen der Geschichte. „Zehn Jahre habe ich Material gesammelt, weitere zehn Jahre geschrieben und gesammelt und nun möchte man ja irgend wann mal das Material der Öffentlichkeit zugänglich machen", sagte Rainer Kamenz. Der gebürtige Mehßower lebt heute in Plessa, ist aber noch eng mit seinem Heimatort verbunden. Vor mehr als 25 Jahren war es eine eher zufällige Begegnung, die den Anstoß zur Chronik gab. „Natürlich wäre es ohne fremde Hilfe gar nicht möglich gewesen, so viel Material zusammen zu tragen. Besonders Pfarrer Christian Dienel aus Groß Jehser und der Calauer Ortschronist Fritz Jänchen sowie Ruth Hofemann aus dem Calauer Gemeindebüro haben mir besonders geholfen.
Musikalisch umrahmt wurde die Lesung durch Alexandra Tost (Saßleben) am Klavier und Josefine Radnick (Raddusch) an der Querflöte, die unter der Leitung von Irina Fitzek (Radensdorf) ihr musikalisches Talent darboten und somit auch alle in einen besonderen Kunstgenuss kamen.
„Wir haben ganz bewusst die Kirche als Veranstaltungsort gewählt, weil sie allen offen steht, für alle ein wichtiger Berührungspunkt und wir ja auch für die Rekonstruktion sammeln", sagte Ortsbürgermeisterin Roswitha Reiche. Neben vielen Einheimischen kamen auch allerhand Auswärtige zur Lesung. Marina Pusch (geb. Kamenz) war mit ihrer Schwester Ramona Kamenz aus Calau gekommen. „Wir sind beide Großcousinen des Autors und noch immer hier verwurzelt, hier getauft und konfirmiert", sagte Marina Pusch. Beim gemeinsamen Kaffee und Kuchen vor der Kirche kamen dann die Besucher erst so richtig ins Gespräch. Ebenfalls aus Calau reisten „Baumerts Töchter" in ihren Heimatort. Die drei Schwestern Hannelore, Karin und Sabine sind ebenfalls in Groß Mehßow aufgewachsen. „Geschichte hat mich schon immer interessiert und Heimatgeschichte besonders. Da werden einige Erinnerungen wach", sagte Karin Lehnert (geb. Baumert). Darauf hofft natürlich auch der Ortschronist. „Im Prinzip ist die Chronik fertig, zumindest bis 1945. Trotzdem gibt es noch immer wieder einzelne Belegstücke, die man hinzufügen könnte", liebäugelt Rainer Kamenz. Er geht davon aus, dass einigen Besucher erst nach ein paar Tagen das eine oder andere wieder einfallen könnte. Was dem Autor nun besonders unter den Nägeln brennt, sind Möglichkeiten zur Veröffentlichung. „Natürlich soll diese Chronik auch mal aus Buch, vielleicht sogar in zwei Bänden erscheinen", meinte der Chronist und fügte hinzu: „In dieser ersten Chroniklesung konnten wir nur einen groben Abriss geben und einige Themen wie Kirche, Friedhof oder den Torfabbau anschneiden. Aber bei der guten Resonanz können wir so etwas gern noch einmal machen. Schließlich ist auch für einen guten Zweck".
Stephan Uhlig (Stu)
Quelle: Lausitzer Rundschau


















