Zum 225. Geburtstag von Carl Anwandter am 1. April 2026
Am morgigen 1. April jährt sich der Geburtstag von Carl Anwandter zum 225. Mal. Der Apotheker und spätere Bürgermeister schlug mit seinem Leben eine Brücke, die bis heute trägt: zwischen Deutschland und Chile. Geboren am 1. April 1801 in Luckenwalde, als Sohn eines Apothekers, wuchs er in bürgerlichen Verhältnissen auf und fand früh zur Wissenschaft, zum Fortschritt und zur Verantwortung für das Gemeinwesen. Sein Weg führte ihn nach Ausbildung und Studium im Jahr 1829 nach Calau. Dort übernahm er die Apotheke, die bis heute besteht und seinen Namen trägt. Doch Anwandter engagierte sich neben dem Beruf auch für die Calauer Stadtgesellschaft. Er mischte sich ein, übernahm Verantwortung, wurde Kämmerer und schließlich Bürgermeister. Als Abgeordneter der Niederlausitz zog er in die preußische Nationalversammlung ein. Sein Antrieb war klar: Bürgersinn und der Wille zur Mitbestimmung. Das Scheitern der Revolution von 1848 und 1849 traf ihn hart. Die Hoffnung auf Freiheit blieb unerfüllt. Anwandter zog die Konsequenz und wanderte nach Chile aus.
Damit begann ein neues Kapitel – für ihn, für seine Familie und für die Verbindung zwischen Calau und Südamerika. In der Region um Valdivia wurde er als Carlos Anwandter zu einem der prägenden Köpfe der deutschen Einwanderung. Er gründete eine Apotheke, baute eine bis heute existierende Brauerei auf und setzte vor allem mit der Deutschen Schule in Valdivia ein Zeichen, das bis heute wirkt. Bildung und kultureller Austausch wurden zu seinem Vermächtnis. Während sein Name in Deutschland lange nur wenigen bekannt war, gilt er in Chile als Symbol für Tatkraft, Gemeinsinn und Aufbruch. Diese Geschichte endet nicht im 19. Jahrhundert. Sie wirkt fort – in der Beziehung zwischen Calau und Chile, in Begegnungen mit der Botschaft der Republik Chile in Deutschland und im gelebten Austausch. Erst im Februar dieses Jahres trugen sich die Botschafterin Magdalena Atria und ihr Kulturbeauftragter Carlos Medina ins Goldene Buch unserer Stadt ein. Auch im Stadtbild bleibt Anwandter präsent: in der historischen Apotheke, im Heimatmuseum und im Unterricht der Grundschule, die seinen Namen trägt. Seine Lebensgeschichte zeigt, was ein Einzelner bewirken kann. Aus Mut und Überzeugung wächst Verbindung. Und diese Verbindung ist, 225 Jahre nach seiner Geburt, lebendiger denn je.
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