Stadt Calau sagt Ambrosia mit Heißwasser den Kampf an

Sie wächst unscheinbar am Rand von Wegen und Feldern. Doch was so harmlos aussieht bedeutet hohes Gefahren- und Belastungspotential für Allergiker: Die hochallergene Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia). Vor allem im Süden Brandenburgs tritt sie in den Sommermonaten gehäuft auf. Das Gebiet der Stadt Calau sowie seiner Ortsteile bildet dabei einen der Schwerpunkte der Vorkommen. Seit diesem Jahr rückt die Stadt Calau der ursprünglich aus Nordamerika stammenden Pflanze mit Heißwasser zu Leibe – mit Erfolg.

 

Bei einem Vorort-Termin am Dienstag wurde das im Frühjahr dieses Jahres angeschaffte Gerät einem Reporterteam des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) vorgeführt. Vor laufender Kamera demonstrierte Bauhof-Mitarbeiter Dirk Lehmberg die Funktionsweise des Heißwasser-Unkrautvernichters: „Im dieselbetriebenen Generator wird das Wasser auf rund 100 Grad erhitzt. Über eine Lanze und einen Sprühkopf werden die Pflanzen direkt behandelt. Die Kombination aus Heißwasser und Dampf schädigt die Ambrosia nachhaltig, sodass sie bereits nach kurzer Zeit abstirbt“. beschreibt Sven Giedow, Leiter des städtischen Bauhofes, die Wirkungsweise des Geräts. Mit einer Ladung von rund 500 Litern Wasser könne man etwa eine bis anderthalb Stunden effektiv Ambrosia bekämpfen – chemikalienfrei und ökologisch. 

 

  Nahaufnahme von Ambrosia-Pflanzen. Foto: Stadt Calau / Jan Hornhauer  

 

Möglich wurde die Anschaffung des Geräts über eine 100%ige Förderung des Landes Brandenburg. „Vor allem die Kreise Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße gehören zu Schwerpunkten im Vorkommen für Ambrosia. Mit der finanziellen Unterstützung ermöglicht es das Land Brandenburg, den Kommunen bei der Eindämmung noch effizienter vorzugehen“, berichtete beim Pressetermin Matthias Hoffmann, Ambrosia-Koordinator vom Landesamt für Ländliche Entwicklung. Neben Calau wurden auch in Neuhausen/Spree und Kolkwitz ähnliche Geräte angeschafft.

 

Doch trotz des kommunalen Kampfes gegen die Ambrosia bleibt die Gefahr für Allergiker während der Blütezeit bestehen. Denn längst können nicht alle betroffenen Flächen mit dem verfügbaren Gerät behandelt werden: „Grundsätzlich arbeitet das Gerät sehr effektiv. Für die Behandlung größerer Flächen ist der Einsatz jedoch logistisch nicht möglich. Zudem können wir als Kommune ausschließlich kommunale Flächen bearbeiten. Für die Beseitigung von Ambrosia auf privaten Flächen, etwa an Feld- und Wegesrändern, sind die jeweiligen Eigentümer verantwortlich“, so Sven Giedow vom Bauhof der Stadt. Dennoch zog er gegenüber den rbb-Reportern ein positives Fazit: Das Gerät leiste einen wichtigen Beitrag, um der Ambrosia effektiv entgegenzuwirken. Weitere Einsätze sind bereits für die kommenden Wochen geplant. Und auch im nächsten Jahr dürfte auf kommunalen Flächen und an Wegbereichen wieder heißen: „Wasser marsch gegen Ambrosia!“

 

Den rbb-Beitrag aus Calau vom 03.09.2026 in „Brandenburg aktuell“ finden Sie unter diesem Link (ab Minute 20:32; gültig 7 Tage): https://www.ardmediathek.de/video/rbb24-brandenburg-aktuell/rbb24-brandenburg-aktuell-vom-03-09-2026/rbb/Y3JpZDovL3JiYl8zMDYyZGI0Ni0xYWVmLTRiM2QtOTEzZi0yZmY5MWNlNzJiMTlfcHVibGljYXRpb24

 

 

Hintergrund

Ambrosia (Beifußblättriges Traubenkraut) ist eine invasive Pflanze, deren Pollen zu den stärksten Allergieauslösern zählen. Besonders gefährlich ist sie für Allergiker, weil sie bereits in sehr kleinen Mengen heftige Beschwerden wie Niesen, tränende Augen, Hautreizungen und Atemnot auslösen kann. Die Pollen werden vor allem von August bis Oktober verbreitet und können über weite Strecken durch die Luft transportiert werden. Bei empfindlichen Menschen kann der Kontakt mit Ambrosia-Pollen eine starke allergische Reaktion bis hin zu Asthmaanfällen verursachen.

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Veröffentlichung

Calau
Fr, 04. September 2026

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